Immobilienangebote – Nichtleser und andere Kuriositäten

Ein Einblick in den Berufsalltag von mir, Sabine Sernau -Geschäftsführerin Sernau Immobilien. Auch hier gilt: Diese Aussagen basieren ausschließlich auf eigene Erfahrungen bzw. Erfahrungen der Firma Sernau Immobilien und kann, soll und darf nicht stellvertretend für alle und alles gelten, obgleich es durchaus möglich wäre. 


Immobiliensuche beginnt bei der Internetrecherche bei entsprechenden Immobilienportalen und Maklerseiten. Doch wie nehmen Interessenten die Exposes, Bilder und Grundrisse wahr?

Es scheint immer öfter als würde es ausreichen, ein ansprechendes Bild zu sehen, damit der Interessent einfach mal per Klick eine Immobilienanfrage stellt. Nicht selten stellt sich dann heraus, dass das Expose einfach nicht gelesen wurde. Anders ist es mir jedenfalls nicht erklärbar, warum dann bei einer EG-Terrassenwohnung z.B. beim Telefonat (nur kurze Zeit nach Eingang der Anfrage) Fragen nach der Etage, dem Balkon und dem Bad ... und natürlich auch der Warmmiete gestellt werden. Als Ergebnis mit der Feststellung des Kunden, dass EG sowie nicht in Frage kommt, die Miete viel zu hoch und die Lage ja doch nicht die richtige ist. Da fällt mir nichts mehr zu ein.

Inzwischen, bei nicht selten mehr als 40 % der gestellten Immobilienanfragen per Email, bin ich damit beschäftigt, Rück-Emails zu formulieren, um die Angabe des Namens, einer (erreichbaren) Telefonnummer bzw. der Adresse des Interessenten, zu erfragen.
Emails, die eigentlich unnötig wären, hätten die entsprechenden Anfrager das Expose aufmerksam gelesen. Leider Tendenz steigend und manchmal fast tagfüllend.

Warum ich diese Daten wissen möchte? Zunächst einmal möchte ich kundenfreundlichen Service bieten und zwar auf Augenhöhe. Wir machen ausschließlich zeitoptimierte EINZELTERMINE. Deshalb möchte ich im Vorfeld auch ein wenig abschätzen können, ob die Immobilie sowohl für den Kunden passen könnte als auch (bei Vermietung) der Kunde dem Vermieter passen könnte. Und dies geschieht eben nicht aus „Schikane-Gründen", sondern um Zeit zu sparen. Denn warum sollte ein Interessent eine Immobilie besichtigen, wenn der Vermieter ganz andere Vorstellungen von seinem Wunschmieter hat und deshalb sowieso seine mögliche Bewerbung abgelehnt würde? Wir kennen nämlich unsere Vermieter und auch deren Besonderheiten. Oder die Wunschkriterien weichen soweit von der zu besichtigenden Immobilie ab, dass absehbar ist, dass die Immobilie sowieso nicht passt.
Wem nützt es, wenn dann besichtigt wird? Weder dem Kunden, der die Zeit besser mit einer Besichtigung einer besser geeigneten Immobilien zubringen sollte, noch mir und meiner Firma.

Des Weiteren erfrage ich Anschriften, weil ja auch jeder Kunde, die Adresse des Objektes erfahren möchte. Gleiches gegen Gleiches. Ganz einfach. Und auch zum Schutz der Verkäufer oder Noch-Mieter, die in der Immobilie wohnen. Denn man begegnet leider heute eben nicht nur ehrlichen Menschen. Natürlich werden - falls dies befürchtet wird - jede Angabe von personenbezogenen Daten streng vertraulich behandelt. Und glauben Sie mir, ich hatte bestimmt schon den einen oder anderen Kontakt, für den sich auch andere brennend interessiert hätten. Doch Diskretion gehört eben auch zum Geschäft.

Unsere Zeit ist so schnelllebig, dass niemand wirklich sich Zeit für irgendetwas nimmt. Die Reizüberflutung durch Internet überall, Werbung, Anrufe und natürlich bei ganz vielen Menschen, der berufliche Stress.

Gern berate ich meine Kunden ausführlich und kompetent. Doch wir sind nicht „irgendwer", sondern wir haben eine bestimmte Arbeitsweise und eine bestimmte Firmenpersönlichkeit. Die kann man mögen oder nicht, doch wir sind KEINE Firma, die halbe Sachen macht.
Ganz oder gar nicht, ist unsere Devise. Gilt eben auch für die Kunden, die diesen Service schätzen.
Doch wohin soll es noch gehen, wenn wir uns nicht mehr wirklich um die Kunden ausreichend kümmern können, die wirklich unsere Arbeitsweise schätzen und respektieren?

Wenn wir nur noch damit zu tun haben, Fragen zu beantworten, die bei vernünftiger Betrachtungsweise selbsterklärend sind oder wir Emails beantworten, die es eigentlich gar nicht geben müsste. Wenn die Zeit damit verbracht wird, die Kunden zu betreuen, die eigentlich lieber an einer Massenbesichtigung teilnehmen wollen, weil sie lieber in der Masse untergehen und anonym bleiben wollen.

Auch Makler wie wir sind leider keine Hellseher. Und wenn wir den Kunden bisher nicht kennen, ist er zunächst ein unbeschriebenes Blatt, neutral eben - nicht gut, nicht schlecht.

Doch, wie heißt es so schön? Die Kunden wollen die Spreu vom Weizen trennen. Eben an „gute Makler" geraten und nicht an schlechte. Und letztendlich möchte auch jeder Makler bzw. Maklerunternehmen auch „gute Kunden" und nicht die „schlechten". Dabei möchte ich erwähnen, dass „gut und schlecht" nicht bezogen auf die Solvenz zu sehen ist, sondern das respektvolle Verhalten auf Augenhöhe - und dazu gehört eben auch, die Arbeit (Expose-Erstellung ist nämlich solche Arbeit) - auch zu würdigen, in dem man dieses vollständig liest und entsprechend reagiert.

Wer glaubt, alle Makler sind gleich, der irrt. Es gibt sehr viele, sehr gute, die Ihren Job ernst nehmen und es gibt eben auch „die Anderen". Kurioserweise hört man von den „Guten" in den Schlagzeilen recht wenig, umso mehr von denen, die eigentlich einen anderen Beruf ausüben sollten. Sicher, im eigenen Empfinden, kann es vorkommen, dass der Kunde, dass Gefühl hat, „immer an die falschen" geraten zu sein. Mag sein, doch manchmal bedingt Verhalten eben eine entsprechende Reaktion.

Auch werde ich wohl nie verstehen, warum Immobilieninteressenten kurz zuvor eine Email absenden - und dann tagelang nicht mehr erreichbar sind.
Sind Sie dann auf Wohnungssuche oder ist das eher „Langeweile"? Ich verstehe es einfach nicht. Denn wenn ich Kontakt per Email zu einem Maklerbüro aufnehme, muss ich doch auch davon ausgehen, dass jemand aus diesem Büro sich meldet oder nicht? Und zwar in absehbarer Zeit und nicht etwa 3 Wochen später.

Der Ruf des Maklers - ein Thema für sich. Doch wer als Interessent z.B. einfach nicht zum vereinbarten Besichtigungstermin erscheint? Was wird dann gedacht? „Damit muss der Makler eben leben, verdient sowie genug Geld" denken viele. Doch was passiert, wenn der Makler einfach nicht erscheint? Dann ist das Geschrei groß!

Besonders erquicklich ist es, wenn ein Interessent, der bei der Besichtigung vom Makler gesagt bekommt, dass es einen Staffelmietvertrag geben wird, (und dies auch von Anfang an im Expose stand und steht) sich nächsten Tag bewirbt, tatsächlich auch die Wohnung bekommt, den Mietvertrag zur Ansicht Tage vorher erhalten hat - und dann sich „über den Tisch gezogen fühlt", weil er - NACH Mietvertragsabschluss - feststellt, dass er einen Staffelmietvertrag unterschrieben hat.

Wo wir wieder beim Thema wären - das vollständige Lesen von wichtigen Dingen. Und wer hat jetzt schuld???


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