Ungeschönte Wahrheiten aus der Sicht einer Immobilienmaklerin
(Erzählung und Erfahrungen von Sabine Sernau / Geschäftsführerin Sernau Immobilien)

„Eine vorgefasste Meinung zu zertrümmern ist schwieriger als ein Atom",
sagte bereits Albert Einstein. Und so ist es auch heute noch.

Immobilienmakler stehen am Pranger. Warum?
Zum einen, weil es - wie in jeder Branche - „schwarze Schafe" gibt,
zum anderen, weil es zu wenig Transparenz und Verständnis gibt.

Theorie und Praxis klaffen in vielen Bereichen auseinander.
Natürlich ist der Kunde König. Doch dann soll er sich bitte auch angemessen verhalten.

Gern bin ich kundenorientiert und biete Service. Denn meine Firma und ich sind ein Dienstleistungsunternehmen, wobei Dienst und Leistung auch wörtlich genommen werden dürfen.

An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass meine Aussagen
ausschließlich die Arbeitsweise, Erfahrungen und die Meinung von meiner Firma, damit verbundene Kontakte, Mitarbeiter und meiner Person widerspiegeln.

Einen respektvollen Umgang mit uns Maklern darf ich ebenfalls erwarten,
wenn der Kunde es selbstverständlich auch erwartet.

Zunächst einmal. Wir machen KEINE Massentermine und grundsätzlich bis auf wenige Ausnahmen, soll dies auch so bleiben.

Wer einen Einzeltermin vereinbart, der sollte als Kunde - ebenso wie ich - beim Termin anwesend sein und zwar pünktlich. Doch wie sieht die Realität aus?
Nicht nur das Pünktlichkeit wohl eine Zier ist, nicht selten kommen die Kunden einfach nicht.
Und zwar ohne rechtzeitige Absage.

Ausnahme? Zugegeben, vielleicht in den Lagen, in denen jeder fast blind alles mieten würde. Doch in allen anderen Lagen scheint es fast zu einem „Sport" zu mutieren „Makler ärgern" oder einfach „Sch...egal-Haltung".
In bisher ca. 14 Jahren als Unternehmerin und Maklerin habe ich diese Erfahrungen gemacht, Tendenz steigend.

Zeitverschwendung. Zeit, die ich ggf. für einen anderen Kunden hätte aufwenden können!
Warum sollte ich eigentlich bei dieser Art von Respektlosigkeit noch Einzeltermine anbieten?

Ich glaube immer noch an die Menschen, die sich mir und meiner Firma gegenüber
positiv verhalten und für diese Kunden „reiß ich mir gerne mal ein Bein aus"!
Es ist genauso schwierig für uns Makler wie für Sie als Kunde, die Spreu vom Weizen zu trennen.

Da kommen wir zur nächsten Herausforderung. Kunden, die Wohnungen zur Miete suchen.

Und zwar i.d.R. dort, wo alle suchen bzw. zu einem Preis, den alle wollen.

Zunächst einmal: Immobilien fallen nicht vom Himmel ins Internet.
Ebenfalls nicht die dazugehörigen Bilder, Grundrisse, Exposes.

Mietinteressenten sehen frühestens die Arbeit des Maklers,
wenn sie auf das Expose im Internet aufmerksam werden.

Tatsache ist: Von Wohnungsangebot bis Mietvertrag gehört noch viieell mehr dazu!

Im Dunkeln bleibt oft die Verhandlungen mit dem Vermieter über die Kriterien bezüglich des Wunschmieters, der möglichen Renovierungs- bzw. Sanierungsmaßnahmen sowie der Miethöhe und Mietbeginn.

Ich bin nicht nur Immobilienmaklerin /-vermittlerin, sondern auch Beraterin.

Und da versuche ich bereits im Vorfeld - ohne, dass irgendein Kunde davon etwas erfährt,
Unwegbarkeiten aus dem Weg zu räumen und brauchbare Kompromisse zu finden. Und zwar für alle Parteien.
Oder profitieren Sie etwa nicht auch, wenn ich den Vermieter davon überzeugen kann,
dass eine um 50 € gesenkte Miete vermutlich einen netteren, länger in der Wohnung verbleibenden Mieter beschert?

Also gehört die Beratung und Verhandlung im Vorfeld bereits dazu. Und dann wird die Immobilie fotografiert, Bilder bearbeitet und das Expose - passend der zuvor analysierten und besprochenen Zielgruppe - geschrieben.

Was meinen Sie, wie viel Zeit wird für alle diese Tätigkeiten aufgewendet?
Und zwar bevor Sie diese Immobilie überhaupt im Internet finden?

Ich könnte jetzt Zahlen nennen, überlasse es jedoch lieber Ihrer Phantasie, sich auszurechnen, wie viel Zeit man vom Büro zur Immobilie braucht, wie lange die Formulierung für das Expose, die Bildbearbeitung und Grundrissbearbeitung (nicht einfach nur ein Foto!) dauert etc. Und bitte nicht die Beratungs - und Verhandlungszeit vergessen.

Ich bin davon überzeugt, dass jeder Mensch weiß, dass Firmen, Dienstleistungen gegen Bezahlung erbringen.
Also müsste jeder Mensch wissen, dass - wenn jemand etwas für mich tut, er auch in irgendeiner Art und Weise bezahlt werden möchte.

Und auch die Prüfung von Selbstauskunftsbögen, Gehalts - / Einkommensnachweise und die ggf. damit verbundenen Gespräche mit dem Bewerber UND dem Vermieter ist Arbeitszeit, die gern unter den Tisch fällt.

Und natürlich haben wir Mietverträge im Computer.
Sicher, das bloße Reinschreiben von Namen etc. ist eine Kleinigkeit.

Doch die Verhandlung mit dem Vermieter, welche „Extras" meist in dem sog. § 30 „Sonstige Vereinbarungen" enthalten sein soll, ist nicht selten aufwendiger als viele denken.

Auch da sind wir gefragt, - und zumindest in meiner Firmenphilosophie - den Mieter gerecht und fair zu behandeln. Mehrere Gespräche begleitet meist von Emails sind dafür nötig. Zeit, die ebenfalls unberücksichtigt bleibt.

Anderes Thema:
Die Problematik, dass Mietinteressenten kaum einen Makler finden, der für sie sucht.

Weshalb? Weil es Makler heutzutage recht schwer haben, überhaupt an neue Immobilienangebote heranzukommen und anbieten zu dürfen.
Soll ich einem Kunden sagen, dass ich ggf. irgendwann, irgendetwas neu in Bestand bekomme, Hoffnung schüre, ohne wirklich zu wissen, ob und wann ich ein passendes Angebot neu in mein Portfolio aufnehmen kann? Hellsehen können auch Makler nicht.

Ist es nicht besser und fairer nicht falsche Hoffnungen zu wecken?
Davon abgesehen, dass es oft mehr als 10 Kunden gibt, die praktisch die gleichen Suchkriterien haben? Was dann? Auch da bin ich als Maklerin in einer Zwickmühle.

Ich könnte noch viele weitere Themen hier anführen.
Themen wie Umgang mit Emailanfragen und Nichtleser, Beratungsunwillige,
Kampf und Krampf um Objekte, Bewertungen und Lockangebote etc.

Wer Interesse daran hat, dass ich weitere Themen / Details mal aus anderer Sichtweise kundtue, möge so freundlich sein, mir dies persönlich und OHNE Veröffentlichung mitzuteilen.

Ihre Daten werden selbstverständlich NICHT an Dritte weitergegen.

Ihr freue mich über Ihr Feedback.Vielen Dank im Voraus. 


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